Ein Schottergarten sieht auf dem Foto aufgeräumt aus. Im dritten Sommer sieht man oft etwas anderes: Unkraut zwischen den Steinen, Laub, das sich nicht mehr herausharken lässt, und eine Fläche, die in der Sonne richtig heiß wird. Hier steht, was dagegen spricht und was Sie stattdessen anlegen können.
Der Gedanke dahinter ist verständlich. Niemand möchte jedes Wochenende mähen und jäten. Nur geht die Rechnung mit Schotter und Vlies selten auf.
Warum der Schottergarten nicht pflegeleicht bleibt
Unter den Steinen liegt meist ein Vlies oder eine Folie. Sie soll das Unkraut stoppen, hält aber nur am Anfang. Mit der Zeit sammelt sich Staub, Laub und Pollen zwischen den Steinen, und darin keimt alles, was fliegt. Dann jäten Sie nicht mehr in der Erde, sondern zwischen scharfkantigen Steinen, und das ist mühsamer als im Beet.
Dazu kommt das Wasser. Eine Folie lässt Regen nur schlecht durch, und auch ein dichtes Vlies bremst ihn. Bei Starkregen läuft die Fläche dann ab wie ein Hof. Und im Hochsommer speichern helle und dunkle Steine die Wärme und geben sie abends wieder ab. Neben dem Haus merken Sie das, wenn Sie die Terrassentür öffnen.
Was in Bayern gilt
Die Bayerische Bauordnung verlangt grundsätzlich, dass Flächen auf einem Grundstück, die nicht bebaut sind, wasseraufnahmefähig bleiben und begrünt oder bepflanzt werden. Ein Garten, der fast nur aus Schotter und Folie besteht, passt dazu schlecht. Wie streng das vor Ort ausgelegt wird, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, manche Städte haben dazu eigene Hinweise. Fragen Sie vor dem Umbau kurz bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach. Das kostet einen Anruf und erspart Ärger.
Pflegeleicht ohne Schotterwüste
Es gibt Wege, die wenig Arbeit machen und trotzdem lebendig aussehen.
Ein Kiesbeet mit Stauden ist der naheliegende Kompromiss. Der Boden darunter bleibt offen, die Pflanzen decken ihn ab, und eine dünne Kiesschicht obenauf hält die Feuchtigkeit und das Unkraut in Grenzen. Gut geeignet sind Pflanzen, die Trockenheit mögen, zum Beispiel Lavendel, Katzenminze, Fetthenne oder Ziergräser.
Wer eine große Fläche hat, kann einen Teil als Magerrasen oder Wildblumenwiese anlegen. Die wird zwei Mal im Jahr gemäht und braucht weder Dünger noch Wasser. Rindenmulch unter Sträuchern spart das Jäten und füttert den Boden. Und für Wege und Sitzplätze nimmt man besser Pflaster, Platten oder eine wassergebundene Decke, die das Wasser durchlässt.
Wenn schon Steine, dann richtig
Manche Flächen sind einfach zu schattig, zu trocken oder zu klein für Pflanzen. Dort können Kies oder Splitt durchaus sinnvoll sein, etwa als Spritzschutz am Haus oder als Streifen entlang der Fassade. Dann sollte der Untergrund durchlässig bleiben, ohne Folie, und die Fläche nicht größer sein als nötig. Kleine Inseln mit Pflanzen dazwischen machen den Unterschied.
Und wenn der Schotter schon liegt?
Dann muss nicht gleich alles raus. Oft reicht es, Teile der Fläche zu öffnen, das Vlies zu entfernen und Beete mit frischem Boden anzulegen. Die Steine lassen sich zum Teil an anderer Stelle wiederverwenden, etwa als Randstreifen oder als Unterlage für Wege. Wir schauen uns das gern an und sagen Ihnen, was sich mit wenig Aufwand ändern lässt und wo ein Neuanfang günstiger ist.
Was ein neu angelegter Garten kostet, haben wir hier zusammengestellt: Garten neu anlegen in Nürnberg