Kurz gesagt: Jedes befestigte Quadratmeter erzeugt Regenwasser, das irgendwohin muss. Die Reihenfolge lautet: erst Gefälle vom Haus weg, dann Rinnen an kritischen Stellen, dann Versickerung oder Anschluss auf dem Grundstück. Wer das von Anfang an mitplant, spart sich nasse Keller und Ärger mit der Satzung.
Wasser ist der häufigste Grund für Reklamationen an Pflasterflächen, noch vor Setzungen. Und fast immer war die Ursache von Anfang an eingebaut: Gefälle zum Haus, keine Rinne vor der Garage, Versickerung vergessen. Dabei ist Entwässerung kein Hexenwerk. Man muss sie nur planen, bevor die Steine liegen, nicht danach.
Schritt eins: das Gefälle
Alles beginnt mit etwa 2 Prozent Gefälle, immer weg vom Gebäude. Das klingt wenig, reicht aber völlig, und man sieht es mit bloßem Auge kaum. Der Fehler, den wir am häufigsten finden: Die Fläche ist zwar eben, aber eben falsch herum. Dann läuft jeder Regen an die Hauswand, unter die Terrassentür oder in die Garage. Gefälle lässt sich nachträglich kaum korrigieren, deshalb gehört es in die Planung, nicht in die Nachbesserung.
Schritt zwei: Rinnen an kritischen Stellen
Vor Garagen, unter Dachkanten ohne Rinne und entlang von Hauswänden fangen Linienentwässerungen das Wasser ab, das das Gefälle allein nicht schafft. Wichtig sind zwei Dinge: Die Rinne braucht selbst Gefälle zum Ablauf, sonst steht sie voll. Und sie braucht einen Anschluss, der das Wasser wirklich wegführt. Eine Rinne ohne Ziel ist Deko. Bei der Auswahl auf Belastungsklasse achten: Vor der Garage mit PKW-Verkehr braucht es eine befahrbare Rinne, keine Fußgängerware aus dem Baumarkt.
Schritt drei: wohin mit dem Wasser
Je nach Grundstück und Satzung kommen drei Ziele in Frage. Versickerung auf dem Grundstück über Sickerpflaster, Mulde oder Rigole ist in vielen Fällen die sauberste Lösung und oft auch vorgeschrieben. Voraussetzung ist sickerfähiger Boden: Auf reinem Lehm versickert fast nichts, das prüft man vorher mit einer einfachen Versickerungsprobe. Anschluss an den Kanal ist die Alternative, wo Versickerung nicht geht, aber genehmigungs- und oft gebührenpflichtig. Zisternen und Regenfässer fangen einen Teil für die Gartenbewässerung ab, ersetzen aber bei Starkregen keine Entwässerung.
Die zwei häufigsten Fehler
Fehler eins: Sickerpflaster auf normaler, dichter Tragschicht. Dann versickert nichts, weil die Schicht darunter dicht ist. Sickerpflaster braucht einen Aufbau, der Wasser durchlässt, sonst ist es teures Normalpflaster. Fehler zwei: Das Nachbargrundstück als Entwässerung. Wasser auf den Nachbarn zu leiten, ist nicht nur unfreundlich, sondern kann teuer werden. Jede Fläche entwässert auf das eigene Grundstück oder in genehmigte Anschlüsse. Punkt.
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